(Vorstand, DITIB Mannheim 26.10.2026)
Die DITIB – Türkisch-Islamische Gemeinde zu Mannheim e.V. (ehemals: Islamischer Bund Mannheim e.V.), gegründet 1972, eröffnete 1995 die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee. Bis 2008 war sie die größte Moschee Deutschlands und bietet heute Platz für etwa 2.500 Personen – die höchste Kapazität in der Bundesrepublik. Durch das Projekt “Offene Moschee” und die zentrale Lage am Luisenring ist die Moschee zu einem Symbol für das weltoffene, multikulturelle und friedliche Mannheim geworden. Alle drei Weltreligionen sind innerhalb von zehn Minuten zu Fuß erreichbar: die katholische Liebfrauenkirche liegt direkt gegenüber und die Synagoge der Jüdischen Gemeinde befindet sich im Quadrat F3. Die DITIB – Türkisch-Islamische Gemeinde zu Mannheim e.V. ist Unterzeichner der Mannheimer Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt. Am 30. April 2025 wurde die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee zudem in die Liste der Kulturdenkmale des Landes Baden-Württemberg gemäß § 2 des Denkmalschutzgesetzes aufgenommen.
Geschichte:
• 1950er Gemeinsame NATO-Mitgliedschaft:
Die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Türkei gehören dem nordatlantischen Verteidigungsbündnis NATO (North Atlantic Treaty Organization) an. Die Türkei ist seit dem 18. Februar 1952, Deutschland seit dem 6. Mai 1955 Mitglied des Bündnisses. Die gemeinsame Mitgliedschaft unterstreicht die langjährige sicherheits- und bündnispolitische Verbundenheit beider Staaten.
• 30.10.1961: Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland unter Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Republik Türkei. Als bedeutende Industriestadt nahm Mannheim in den folgenden Jahren zahlreiche Arbeitskräfte aus der Türkei auf, die wesentlich zum Wohlstand und zur Entwicklung der Stadt beitrugen.
• 13.03.1972: Gründung des Vereins „Islamischer Bund Mannheim e.V.“ durch Mehmet Ak (Gründungsvorsitzender).
Heute: DITIB – Türkisch Islamische Gemeinde zu Mannheim e.V.
• 23.11.1973: Inkrafttreten des Anwerbestopps unter Bundeskanzler Willy Brandt.
• 1975: Ibrahim Yüksek wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 1976: Abbas Soğanlı wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 1972-1995 Neben dem Gebetssaal im Hinterhof des Quadrats G 7, 18 wurden gemeinschaftliche Gebete insbesondere in den 1970er Jahren auch in den Wohnheimen der damaligen Gastarbeiter sowie an weiteren Standorten im Mannheimer Stadtgebiet organisiert. Viele Gemeindemitglieder arbeiteten im Schichtbetrieb der Mannheimer Industrieunternehmen und verfügten nur über begrenzte Mobilitätsmöglichkeiten. Die oft einfachen Wohnverhältnisse und langen Arbeitszeiten erschwerten die Teilnahme am religiösen Gemeindeleben, weshalb Gebetsangebote in unmittelbarer Nähe des Arbeits- und Wohnumfeldes eingerichtet wurden.
• 09.03.1980: Der Vorstand des Islamischen Bundes beschließt, die religiöse Betreuung der Gemeinde künftig ausschließlich durch von der türkischen Religionsbehörde Diyanet entsandte Religionsbeauftragte sicherzustellen.Der Beschluss wurde während der Amtszeit des Gemeindevorsitzenden Abbas Soğanlı gefasst.
• 23.03.1980 / 16.10.1980: Der Vorstand des Islamischen Bundes beschließt, dass parteipolitische Aktivitäten und religiöse Ordensrituale (Tarikat-Ayini) innerhalb des Vereins in jeglicher Form strengstens untersagt sind.
• 1983: Hüseyin Aydeğer wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 05.07.1984 Gründung der DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. in Köln (Dachverband)
• 1984: Der Islamische Bund Mannheim e.V. fasst den Beschluss, einen seiner religiösen Bedeutung angemessenen Moscheeneubau mit Kuppel und Minarett zu errichten. Unterstützung erhält die Gemeinde durch den neu gegründeten Dachverband DITIB in Köln. Die Stadt Mannheim unter Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD, 1983-2007) fördert die Neubaupläne und begleitet die Suche nach einem geeigneten Grundstück.
• 05.05.1985 Osman Özay (heute: Ehrenvorsitzender) wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 08.06.1986: Zur Stärkung der Jugendarbeit wird auf Beschluss des Gemeindevorstands eine Jugendgruppe gegründet.
• 29.05.1989 Die Mannheimer Erklärung für Toleranz und Offenheit in Zusammenarbeit mit Ausländern und Zuwanderern wird unterzeichnet. Initiiert wurde sie vom FDP-Kreisvorsitzenden Berndt Rüdiger Paul und vom damaligen Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD) unterstützt.
• 1989: Nach längerer gemeinsamer Suche schlägt die Stadt Mannheim das seit dem Zweiten Weltkrieg brachliegende städtische Trümmergrundstück am Luisenring im altstadtnahen Stadtteil Jungbusch vor. Der Verein erwirbt das 1.209 m² große Grundstück noch im selben Jahr für 731.000 DM. Der Kaufpreis wird vollständig durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, überwiegend von Gemeindemitgliedern aus Mannheim. Bereits in dieser Phase entstehen erste Skizzen und Entwürfe für den geplanten Moscheeneubau.
• 1990: Der Verein legt der Stadt Mannheim sechs unterschiedliche Entwürfe für den geplanten Moscheeneubau vor. Für die architektonische Planung und Gestaltung zeichnen die Architekten Hubert Geißler aus Frankenthal und Mehmed Bedri Sevinçsoy aus Utrecht (Niederlande) gemeinsam verantwortlich.
Die Planungen lösen eine öffentliche Diskussion über den Standort am Luisenring im Stadtteil Jungbusch aus. Im Mittelpunkt stehen zunächst Fragen der Verkehrsbelastung, der Parkplatzsituation und der städtebaulichen Entwicklung. Der Mannheimer Morgen berichtet am 11. Dezember 1990 unter der Überschrift „Wenn der Muezzin ruft, klagen die Anwohner“ über die Vorbehalte gegenüber dem geplanten Moscheebau.
• Juni 1991: Die Diskussion über den geplanten Moscheeneubau verschärft sich. Der Mannheimer Morgen berichtet unter der Überschrift „Kreuzzug gegen die Moschee? – Pläne des Islamischen Bundes stoßen auf Widerstand“ über Einwände des Bewohnervereins Jungbusch gegen den Standort an der Ecke Seilerstraße/Luisenring.
• 27.11.1991: Der Mannheimer Gemeinderat spricht sich mit großer Mehrheit für den Bau der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee im Jungbusch aus. Lediglich vier Gemeinderatsmitglieder stimmen dagegen.
Der Mannheimer Morgen berichtet am 27. November 1991 unter der Überschrift „Nur vier Stimmen gegen die Moschee“ über die Entscheidung. Auch die Rhein-Neckar-Zeitung dokumentiert die Abstimmung mit der Überschrift „Zwei Gegenstimmen – zwei Enthaltungen“.
Die Entscheidung des Gemeinderats bildet einen wichtigen politischen Meilenstein für die Verwirklichung des Moscheeneubaus. Sie fällt nach einer intensiven öffentlichen Auseinandersetzung über den Standort, die Religionsausübung und das Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in Mannheim.
• 15.10.1992: Die Stadt Mannheim erteilt die Baugenehmigung für den Moscheeneubau.
• 23.10.1992: Unter dem Gemeindevorsitzenden Osman Özay beginnen die Bauarbeiten für die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee am Luisenring.
Der Neubau entsteht auf einem 1.209 m² großen Grundstück. Nach den zeitgenössischen Bauunterlagen umfasst das Bauvorhaben einschließlich der nicht bebauten Bereiche ein Volumen von rund 13.650 m³. Für die Gründung sind 92 Betonpfähle mit einer Tiefe von bis zu zehn Metern vorgesehen. Insgesamt werden rund 1.840 m³ Stahlbeton, 530 m³ Mauerwerk und 227 Tonnen Stahl angegeben.
• 12.02.1993: Die feierliche Grundsteinlegung der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee findet unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Der Mannheimer Morgen berichtet darüber unter der Überschrift „Grundstein für Moschee gelegt“ und schreibt: „Rund 1.000 Menschen haben gestern an der Grundsteinlegung der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim teilgenommen.“
Zu den Gästen gehören der stellvertretende Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Halit Güler, der türkische Generalkonsul in Karlsruhe, Murat Oğuz, der damalige Mannheimer Baubürgermeister Lothar Quast sowie Vertreter der christlichen Kirchen, darunter der katholische Geistliche Ernst-Theodor Rohn von der benachbarten Liebfrauenkirche. Auch der damalige DITIB-Vorsitzende Osman Nuri Gürsoy nimmt an der Feier teil.
• November 1993: Der Rohbau wird fertiggestellt.
• Februar 1994: Der Innenausbau der Moschee wird abgeschlossen.
• 04.03.1995: Feierliche Eröffnung der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee am Luisenring unter dem damaligen Gemeindevorsitzenden Osman Özay. An den Feierlichkeiten nehmen zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Gesellschaft und den Religionsgemeinschaften teil, darunter der damalige türkische Botschafter in Deutschland, Onur Öymen, und Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD). Eine traditionelle osmanische Militärkapelle (Mehter Takımı, auch Janitscharenkapelle genannt) spielt zur Eröffnung auf dem Toulonplatz und zieht anschließend gemeinsam mit Tausenden Menschen in einem festlichen Umzug zur Moschee, wo zahlreiche weitere Gäste auf sie warten.
Die Baukosten belaufen sich auf rund 10 Millionen D-Mark und werden vollständig durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, überwiegend von Gemeindemitgliedern aus Mannheim sowie Unterstützern aus der umliegenden Region. Bis 2008 gilt die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee als größte Moschee Deutschlands. Benannt ist sie nach dem osmanischen Sultan Selim I. (Regierungszeit 1512–1520), bekannt als Yavuz Sultan Selim, der auch den Kalifentitel führte und zu den bedeutenden Herrschern des Osmanischen Reiches zählt.
• 1995 Nach der Moscheeeröffnung wird der Besucherdienst im Rahmen des neu geschaffenen Konzepts ‚Offene Moschee‘ eingerichtet. Ab 1995 leitete Dr. Bekir Alboğa über viele Jahre den Besucherdienst. Zugleich war Dr. Alboğa theologischer Bildungsreferent der Gemeinde und prägte mit seiner Tätigkeit die religiöse Bildungsarbeit maßgeblich.
• 28.12.1997: Lütfi Emre wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 2000: İsmail Yurttaş wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 29.01.2002: Nihat Selçuk wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 2004: Muhittin Çalışkan wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 2004-2005: Das ursprüngliche Minarett der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee wurde aufgrund von Bauschäden vollständig ersetzt. Das heutige Minarett erreicht eine Gesamthöhe von 35 Metern. Der Turm der benachbarten Liebfrauenkirche ist über 74 Meter hoch.
• 26.02.2006 Bilal Dönmez wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 10.12.2006: Der Gemeindevorstand beschloss die Gründung eines der Gemeinde angegliederten Trägervereins für einen Kindergarten. Das Vorhaben sollte in Kooperation mit dem DITIB-Bundesverband umgesetzt werden. Ziel des Projekts war es, muslimischen Akteuren die Übernahme von Verantwortung im Bildungsbereich zu ermöglichen und ein pädagogisches Konzept zu etablieren, das die Entwicklung des Kindes in den Mittelpunkt stellt. Die Einrichtung sollte eine bestehende Lücke im Mannheimer Bildungsangebot schließen und der wachsenden Nachfrage nach Angeboten der frühkindlichen Bildung und Betreuung begegnen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der aktiven Elternarbeit und der engen Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergarten. Faruk Şahin, der 2. Vorsitzende, kümmert sich um die Koordination.
• 02’2009 – 12’2011 Aus den Moscheeführungen der DITIB Mannheim (Beginn 1995 mit dem Projekt „Offene Moschee“) entwickelte sich das bundesweite Projekt ProDialog des DITIB-Bundesverbandes unter Dr. Bekir Alboğa und Faruk Şahin. Ziel war die Ausbildung ehrenamtlicher Moscheeguides und Multiplikatoren, gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und den Europäischen Integrationsfonds (EIF).
• 04.12.2013: Eröffnung des Kindergartens Lalezar in der Mannheimer Neckarstadt. Träger ist der Verein „Lalezar – Tulpengarten – Verein zur Errichtung und Erhaltung muslimischer Kindergärten e.V.“, der am 17.10.2013 vom Bildungsausschuss der Stadt Mannheim als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt wurde.
• 17.02.2016 Die DITIB-Jugend Mannheim wird in den Stadtjugendring Mannheim e.V. aufgenommen. Der Stadtjugendring Mannheim e.V. ist die Arbeitsgemeinschaft von Mannheimer Jugendverbänden.
•15.04.2018 İsmail H. Çakır wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 21.11.2021: Betül Saygı wird neue Gemeindevorsitzende.
• 22.07.2022: Hızır Oymak wird neuer Gemeindevorsitzender.
• 2023: Erstmals prägen verstärkt in Mannheim geborene und mit der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee aufgewachsene Gemeindemitglieder die Vorstandsarbeit. Dies markiert einen wichtigen Generationswechsel und führt zu einer Neuausrichtung der Gemeinde- und Vorstandsarbeit.
• 2024-2025 In den Jahren 2024 und 2025 erfolgte eine umfassende Sanierung der Fassade, des Moscheedachs sowie des Minaretts.
• 13.05.2024: Die DITIB Mannheim beendet ihre Mitwirkung im Arbeitskreis Islamischer Gemeinden Mannheim (AKIG).
• 31.12.2024: Die DITIB Mannheim beendet die Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Institut für Integration und interreligiöse Arbeit e.V.
Klarstellung zur Helal-/Halal-Zertifizierung
Das Helal-Zertifikat (Halal-Zertifikat) des Islamic Council of Mannheim Institute ist kein Projekt der DITIB – Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Mannheim e. V. (Yavuz-Sultan-Selim-Moschee). Die Zertifizierung erfolgt ohne Beteiligung oder Anerkennung der DITIB Mannheim.
Zwischen der DITIB – Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Mannheim e. V. (Yavuz-Sultan-Selim-Moschee Mannheim) und dem Mannheimer Institut für Integration und interreligiöse Arbeit e. V., dem Islamic Council of Mannheim Institute oder der Mannheim Institute for Halal Food Quality GmbH besteht keinerlei organisatorische oder inhaltliche Zusammenarbeit. Die DITIB Mannheim ist nicht in das Zertifizierungsverfahren eingebunden. Darüber hinaus ist die DITIB Mannheim nicht befugt, Aussagen zu Helal-Zertifizierungen zu treffen, und war dies zu keinem Zeitpunkt. Zudem verfügt sie weder über entsprechendes fachliches Know-how noch über Genehmigungen des DITIB-Bundesverbandes oder Akkreditierungen im Bereich der Helal-Zertifizierung.
• 01.01.2025: Die DITIB Mannheim organisiert und verantwortet die Moscheeführungen seit diesem Datum eigenständig als Gemeinde. Die Führungen werden ausschließlich von ehrenamtlichen Moscheeguides der DITIB Mannheim mit gültigem DITIB-Zertifikat durchgeführt und sind für Besuchende kostenfrei. Die Gemeinde erhält hierfür keine Zuschüsse der Stadt Mannheim oder sonstiger Zuwendungsgeber. Mit großer Freude begrüßt die Gemeinde regelmäßig Schulklassen, Kindergartengruppen und weitere Besucherinnen und Besucher. Die Moscheeführungen schaffen Raum für Fragen, Begegnungen und ein gegenseitiges Kennenlernen.
• 05.02.2025: Die Mitgliedschaft im Mannheimer Forum der Religionen ruht seit diesem Datum.
• 25.03.2025: Feierliches Fastenbrechen zum 30-jährigen Jubiläum der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee. Der Gemeindevorsitzende Hızır Oymak wurde im Mannheimer Morgen mit den Worten zitiert: „Wir riefen Arbeiter, und es kamen Menschen.“ Für den Ehrenvorsitzenden Osman Özay ist die Moschee ein „Symbol dafür, was möglich ist, wenn Menschen sich die Hand reichen, anstatt Mauern zu errichten.“ Gemeindesekretär Cem Yalçınkaya betonte: „Ich glaube schon, dass wir in der Stadtgesellschaft angekommen sind“ – und dass die Moschee heute für gelebte Normalität und Zugehörigkeit stehe.
• 30.04.2025 Aufnahme der Yavuz-Sultan-Selim Moschee in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg (§2 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg). Die Unterschutzstellung würdigt die Moschee als bedeutendes Zeugnis der Mannheimer Einwanderungs- und Stadtgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.
Architektonisch verbindet sie traditionelle osmanische Stilelemente mit moderner städtischer Bauweise und setzt am Luisenring einen markanten Akzent im Stadtbild. Zugleich erinnert das einstige Trümmergrundstück daran, welche Folgen Krieg und Zerstörung hinterlassen – und steht heute als sichtbares Bekenntnis zu Frieden, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Als aktives Zentrum muslimischen Lebens stärkt die Moschee das Miteinander zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägungen.
Ihre Geschichte dokumentiert die Entwicklung einer selbstbewussten muslimischen Gemeinde, die seit den 1960er-Jahren fest zum Leben dieser Stadt gehört. Die Aufnahme in die Denkmalliste unterstreicht daher ihre kulturhistorische, soziale und architektonische Bedeutung. Was einst mit türkischen Arbeiterinnen und Arbeitern begann, hat sich zu einer Gemeinschaft von Mitbürgerinnen und Mitbürgern entwickelt, die heute mit Überzeugung, Verantwortung und Heimatverbundenheit das Zusammenleben in Mannheim mitgestalten. All dies ist ein klares Zeichen für das weltoffene, multikulturelle und friedliche Mannheim.
• 13.09.2025 Die DITIB Mannheim nimmt erstmals an der „Nacht des offenen Denkmals“ am 13. September 2025 teil. Unterstützt wird sie dabei vom Landesamt für Denkmalpflege. Im Rahmen der Veranstaltung finden verschiedene Moscheeführungen statt.
• 12.03.2026 Der Mannheimer Morgen berichtete über das tägliche Fastenbrechen (Iftar) der DITIB Türkisch-Islamischen Gemeinde Mannheim für Bedürftige in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee. Während des Ramadan wurden jeden Abend über 100 frisch zubereitete Mahlzeiten ausgegeben, die durch Spenden finanziert und von Ehrenamtlichen organisiert wurden.
• 2026 Die Gemeinde engagiert sich verstärkt in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit. Zugleich bekräftigt sie ihr Eintreten für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Darüber hinaus pflegt die Gemeinde den Austausch mit anderen Moscheegemeinden und Religionsgemeinschaften und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu gegenseitigem Verständnis, Respekt und einem friedlichen Miteinander in der Mannheimer Stadtgesellschaft. Die Gemeinde pflegt einen konstruktiven Austausch mit der Stadtverwaltung Mannheim, der Polizei sowie weiteren gesellschaftlichen Institutionen und trägt damit zu einem vertrauensvollen Miteinander bei.
• 2026 Die DITIB Mannheim ist Teil der 2. Gebietsgliederung der DITIB-Landesreligionsgemeinschaft Baden. Gemeinsam mit den Gemeinden Hockenheim, Ladenburg, Schwetzingen, Walldorf, Weinheim und Wiesloch werden religiöse Programme, Bildungsangebote und religiöse Feste organisiert. Darüber hinaus fördert die verstärkte Zusammenarbeit den Austausch und die Verbundenheit der Gemeinden über die Stadtgrenzen Mannheims hinaus. Die überörtliche Zusammenarbeit stärkt die Wahrnehmung der DITIB-Gemeinden als verlässliche religiöse Partner und unterstreicht ihre gemeinsame Verantwortung für religiöses Leben, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe in Baden-Württemberg.
Bisherige Gemeindevorsitzende der DITIB Mannheim seit 1972
| Nr. | Amtsbeginn | Vorsitzende/r |
|---|---|---|
| 1 | 13.03.1972 | Mehmet Ak (Gründungsvorsitzender) |
| 2 | 1975 | Ibrahim Yüksek |
| 3 | 1976 | Abbas Soğanlı |
| 4 | 1983 | Hüseyin Aydeğer |
| 5 | 05.05.1985 | Osman Özay (Ehrenvorsitzender) |
| 6 | 28.12.1997 | Lütfi Emre |
| 7 | 2000 | İsmail Yurttaş |
| 8 | 29.01.2002 | Nihat Selçuk |
| 9 | 2004 | Muhittin Çalışkan |
| 10 | 26.02.2006 | Bilal Dönmez |
| 11 | 15.04.2018 | İsmail H. Çakır |
| 12 | 21.11.2021 | Betül Saygı |
| 13 | 22.07.2022 | Hızır Oymak (Im Amt) |